Job und Freizeit auch finanziell trennen: Warum ein Geschäfts- und Privatkonto?

Work-Life-Balance ist bei den Arbeitsbedingungen von Ärzten ein vordergründiges Thema. Auch in Sachen Kontoführung sollten Praxisinhaber nach diesem Motto handeln. Aus Kostengründen wird die Trennung in Geschäfts- und Privatkonto gern vermieden. Allerdings sprechen der bessere Überblick und etwaige Schwierigkeiten mit dem Fiskus deutlich gegen dieses Argument.

Aus steuerlicher Perspektive sind private Finanzposten strikt von Geschäftsausgaben und –einnahmen zu trennen. Ärzte, die vom Praxiskonto auch persönliche Lebenshaltungskosten bestreiten, könnten im Falle einer Betriebsprüfung in Erklärungsnot geraten. Das gilt vor allem dann, wenn auch private Einkünfte auf dem Konto gebucht werden, also zum Beispiel ein Überbrückungsdarlehen oder der Mietanteil des Partners. Kommen beim Finanzamt Zweifel auf, kann das im schlechtesten Fall zu einer Nachversteuerung führen.
Getrennte Konten sind aber auch für das Controlling sinnvoll: Wo ausschließlich geschäftliche Kontobewegungen aufgezeichnet werden, lässt sich die Gewinn- und Verlustsituation einschätzen. Wer auf einen Blick sieht, wie sich Einnahmen und Ausgaben verhalten, weiß, ob sich die Praxis finanziell trägt. Private Ausgaben können über einen am monatlichen Entnahme orientierten Fixbetrag gedeckt werden, die sich Praxisinhaber sozusagen als „Gehalt“ auszahlen. Dadurch steigt nicht nur die Übersichtlichkeit in den Geschäfts-, sondern auch den Privatfinanzen. Schließlich müssen auch Praxisbetreiber wie jeder andere Unternehmer auf feste Kosten und die Rücklagenbildung achten. Da private Ausgaben meist schwanken, besteht die Gefahr, den Überblick über notwendige Reserven – zum Beispiel für Gehälter, Sozialversicherungen oder Investitionen – zu verlieren.