Social Media auf Messeveranstaltungen – in sechs Schritten zum wirksamen Content

Messen und Social Media sind schon von ihrer DNA her miteinander verwandt: Bei Beidem geht es um Neuigkeiten, Aufmerksamkeit, Trends, Interessen und Austausch. Verständlich, dass die sozialen Medien mittlerweile eines der entscheidenden Kommunikationsmittel rund um Messe-Events sind – davor, währenddessen und danach. Teilnehmer und Besucher geben den Veranstaltungen mit ihren individuellen Postings und „Live-Berichten“ ein authentisches, direktes und persönliches Gesicht. Entsprechend lohnenswert kann es für Unternehmen sein, ihren Messeauftritt auf sozialen Kanälen wie Instagram, YouTube, Facebook oder Twitter zu pushen. Doch wie geht man das richtig an? Unser kleiner Leitfaden gibt hier wichtige Impulse.

Schritt 1: Strategisch vorgehen

Ambitionen und ein großzügiger Etat sind gute Voraussetzungen für Social-Media-Aktivitäten. Eine handfeste Strategie sorgt jedoch erst dafür, dass die Sache rund wird und die Maßnahmen die gewünschte Wirkung zeigen. Wichtige Punkte, die dafür vorab festgelegt werden sollen:

  • Welche Ziele sollen erreicht werden (mehr Besucher am Stand, mehr Reichweite im Netz etc.)?
  • Welche Zielgruppe soll angesprochen werden (national, international, Fachpublikum, Endkunden)?
  • Auf welchen Social-Media-Kanälen erreicht man diese Zielgruppe?
  • Welche Synergien zur eigenen Öffentlichkeitsarbeit oder der des Veranstalters gibt es (Website, Newsletter, Content Marketing)? Können diese genutzt werden?

Schritt 2: Einen Plan austüfteln

Als Nächstes wird ein Social-Media-Plan erstellt. Er verschafft Klarheit darüber, wann welches Thema gespielt wird und wer was macht. Um doppelte Arbeit zu vermeiden, ist es wichtig, dass jeder Beteiligte seine Kompetenzen und Aufgaben genau kennt – Content erstellen, einpflegen, interagieren. Auch Formate und Termine wie Interviews, Reportagen oder Vor-Ort-Berichte von der Messe sollten schon einmal vorab geplant werden. Der Social-Media-Plan sollte aber nie als in Stein gemeißelt verstanden werden. Er ist eher ein Leitfaden, der die Marschrichtung anzeigt, aber auch Raum für spontane Ideen und frischen Content lässt, die sich auf der Messe ergeben.

Schritt 3: Den Content in Form bringen

Die Inhalte sollten in Präsentation, Optik und Stil immer zum jeweiligen Medium und der angepeilten Zielgruppe passen. Auch typische Social-Media-Features wie Hashtags können genutzt werden. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten. Denn oft unterscheiden sich die Gepflogenheiten von Plattform zu Plattform: Während Nutzer sich beispielsweise auf Instagram oder Twitter über die kleinen Verschlagwortungen freuen, stören Hashtags auf Facebook eher den Lesefluss. In Sachen Präsentation und Content kann vieles schon vorab geklärt werden. Diese Maßnahmen schonen die Nerven im Messe-Stress:

  • Designvorlagen vorab erstellen
  • Bildsprache für Fotos entwickeln
  • Ansprache, Formulierungen und Begriffe vorab festlegen
  • Verwendung von Promotions und Anzeigen klären
  • Nutzung von Links und Hashtags absprechen
  • Bilder, Videos, Stories und Livestreams einplanen
  • Technische Ausrüstung für die geplanten Maßnahmen beschaffen

Schritt 4: Vor Ort aktiv sein – und im Netz

Während der Messe heißt es dann „aktiv und präsent sein“ – am Stand des eigenen Unternehmens, aber immer wieder auch an anderen Orten. Es gilt, so viel wie möglich an Input aufzunehmen und das Passende dann mit den Fans und Followern zu teilen. Wer in den Hallen unterwegs ist, erlebt ständig interessante Momente, die mit der Community geteilt werden können. Außerdem erhöht man so die Chance auch auf anderen Kanälen präsent zu sein – beispielsweise denen des Messeveranstalters. Auch Synergien und Multiplikatoren können so spontan genutzt werden: Ein Selfie mit einem rege postenden Besucher oder gar einem Influencer ist schließlich schnell gemacht und kann die Reichweite der eigenen Marke weiter erhöhen.

Über Mitmach-Aktionen, Gewinnspiele, Präsentationen und Ähnliches lassen sich Traffic und Reichweite ebenfalls verbessern – sowohl für den Stand als auch online. Die unterschiedlichen Maßnahmen müssen nur gut vorab geplant werden und aufeinander abgestimmt sein. Deshalb lieber auf wenige aber social-Media-wirksame Aktionen konzentrieren.

Schritt 5: Interaktion nicht vergessen

Auch im größten Messetrubel sollte das Kernprinzip aller sozialen Medien nicht vergessen werden: Interaktion. Deswegen nicht auf die Schiene verfallen, nur den Social-Media-Plan abarbeiten und Content produzieren zu wollen. Der Dialog mit Nutzern, Besuchern, Ausstellern, Veranstaltern, Fans und Followern ist mindestens genauso wichtig. Online und natürlich auch vor Ort gilt deshalb:

  • Das Gespräch suchen, Fragen beantworten, zum Austausch anregen
  • Auf Kommentare eingehen, selbst kommentieren
  • Sich Ideen holen, anderen Vorschläge und Tipps geben
  • Selbst liken, Fragen stellen, Lob vergeben
  • Kontakte knüpfen, neue Möglichkeiten erkennen

Schritt 6: Auch nach der Messe aktiv bleiben

Im Nachgang des Events sollte man sich ausgiebig Zeit nehmen, um die gelaufenen Maßnahmen auszuwerten. Was war erfolgreich? Was kam nicht so gut an? Wo gibt es Verbesserungsbedarf bei Aufgabenverteilung und Logistik? Auch das Feedback von Besuchern, Nutzern und Fachpresse sowie die Analysefunktionen der Plattformen sollten hier zu Rate gezogen werden. So kann das Social-Media-Engagement für die nächste Messe weiter optimiert werden.

Meist ist zudem eine ganze Menge Material entstanden, das nicht genutzt werden konnte – Bilder, Videos, Beiträge. Es sollte ausgiebig gesichtet und nach Nützlichem durchforstet werden. Meist findet sich nämlich eine ganze Menge Content, der für die Nachberichterstattung oder im Vorfeld des nächsten Events verwendet werden kann.