So sind Sie mit Ihrer Arztpraxis wirtschaftlich erfolgreich

Und schon zählen wir wieder den Countdown zum Jahresende. Das letzte Quartal ist angebrochen. Der angemessene Zeitpunkt, um auf das bisherige Jahr zurückzublicken und sogar schon einen vorsichtigen Blick auf das nächste Jahr zu wagen. Hand aufs Herz: Sind Sie rundum zufrieden oder denken Sie, dass es an der einen oder anderen Stelle Verbesserungsbedarf gibt? Eine kleine Checkliste gibt`s hier…

1. Wie zufrieden sind Mitarbeiter und Patienten?

Die Zahlen sind das eine, die Emotionen das andere. Bevor Sie die Fakten prüfen, fragen Sie Ihr Praxisteam: Wie habt Ihr das zurückliegende Jahr wahrgenommen? Was hat euch Freude bereitet, woran müssen wir noch arbeiten? Ihre Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital. Chefs, die ihr Ohr am Mitarbeiter haben, profitieren: Vieles, was den Erfolg einer Praxis beeinflusst, bekommen Sie als Arzt und Praxisinhaber gar nicht mit. Gleiches gilt übrigens auch für Ihre Patienten: Stellen Sie diesen ähnliche Fragen. Was lief gut, was kann verbessert werden?

2. Personalmanagement

Analysieren Sie Qualität und Quantität Ihres Teams: Passen Mitarbeiterzahl und Patientenaufkommen während der Sprechstunden? Muss mehr Personal her oder gar abgebaut werden? Können Arbeitszeiten gemäß der Spitzen im Wartezimmer gestaltet und damit eventuelle Überstunden vermieden werden? Sind Weiterbildungen oder Prozessveränderungen für eine bessere Patientenbetreuung nötig? Hat jeder Mitarbeiter klare Aufgaben entsprechend seiner Kompetenzen? Mitarbeiter, die aufgrund falscher Verteilung oder Personalmangels Aufgaben außerhalb ihrer Qualifikation erfüllen, sind sowohl ein Risiko für den Patienten als auch den Arzt. Von zeitlichen Auswirkungen durch Fehler oder Mehrbedarf für die Einarbeitung mal ganz abgesehen. Defizitäres Personalmanagement schlägt hart zu Buche, denn Personalkosten sind die Hauptausgabe jeder Arztpraxis.

3. Praxismanagement

Lange Wartezeiten ärgern den Patienten, hektische Behandlungsgespräche den Arzt. Um beides zu vermeiden, ist ein gutes Terminmanagement notwendig. Prüfen Sie die Funktionalität Ihres Bestellsystems und die Fähigkeit Ihrer Mitarbeiter, Zeiten akkurat einzuschätzen und den Tagesablauf entsprechend effizient zu organisieren. Darüber hinaus ist es ratsam, Abläufe zu hinterfragen. Oftmals werden Prozesse durch fehlende, doppelte oder überflüssige Schritte gestört.

4. Betriebswirtschaftliche Auswertung

Ein weiteres Indiz für den Erfolg oder eventuell notwendige Optimierungen liegt natürlich in den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen namens Umsatz und Gewinn. Daran lässt sich das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben ablesen, welches Aufschluss gibt, ob Ihre Kosten im Vergleich zum Umsatz vertretbar sind. In Relation zum Vorjahr sehen Sie zudem, ob es ein Umsatzplus, Stagnation oder ein Minus gab. Hier können Sie dann schauen, woran das lag: Laufen Leistungen richtig gut? Haben Sie neue Patienten gewonnen? Sind externe Kosten etwa für Labore gestiegen? Anhand der Zahlen können Sie entscheiden, ob Sie gut nachgefragte Privatleistungen ausbauen und andere dafür zurückfahren, ob Ihr Bekanntheitsgrad gestiegen ist und ob Sie sich für die mikroskopische Arbeit vielleicht nach einem anderen Partner umsehen. Besprechen Sie die rein betriebswirtschaftliche Auswertung auf jeden Fall mit Ihrem Steuerberater.

5. Blick über den Tellerrand

Zu guter Letzt hilft auch immer der Blick über den Tellerrand: Was machen meine Mitbewerber? Sei es das Praxismanagement oder der Außenauftritt, das Angebot an Leistungen oder der Umgang mit dem Patienten. Gibt es neue Trends oder besondere Interessen von Patienten, die mehr Zulauf versprechen? Kann man sich durch Vorträge oder andere Maßnahmen im Sinne des Eigenmarketings engagieren?