Noten für den Arzt

Wie nützlich können Bewertungsportale wirklich sein?

Verschiedene Studien belegen, dass etwa 25 Prozent aller Patienten für die Wahl ihres Arztes Bewertungsportale hinzuziehen. Die Liste der Angebote ist lang: Jameda, Sanego, DocInsider, Imedo, Esando. Und das ist noch nicht einmal alles: Insgesamt gibt es rund 20 Portale mit unterschiedlichen Reichweiten und Funktionen. Selbst allgemeine Suchportale wie Google und Yelp bieten inzwischen eine entsprechende Bewertungsmöglichkeit für Ärzte an. Alle mit dem selben Ziel: die Suche nach dem passenden Arzt vereinfachen.

Vorteile für die Patienten…
Ist der passende Arzt gefunden, können die potenziellen und bestehenden Patienten gleich online einen Termin vereinbaren, wie es auf der Plattform Jamedo möglich ist. Will man sich den Gang in die Praxis für eine ärztliche Beratung sparen, nutzt man einfach auf Sanego die Möglichkeit, medizinische Fragen auf dem Online-Weg von Ärzten beantwortet zu lassen. Inwieweit dieser Weg ein persönliches Gespräch mit dem Arzt ersetzen sollte, muss jeder für sich einschätzen.

…und die Ärzte
Die Portale erweisen sich demnach nicht nur für die Patienten als perfektes Kommunikations-Tool. Auch die Ärzte können von den Bewertungsseiten und ihren Funktionen profitieren – diese Seiten unterstützen dabei, dass die Praxis bekannter wird und neue Patienten gewonnen werden. Hat ein Arzt schließlich sein Profil auf einem der Bewertungsportale angelegt, ist die regelmäßige Pflege das A und O. Denn es darf nicht außer Acht gelassen werden: Das Leben spielt sich heutzutage auch online ab. So werden aktuelle Öffnungszeiten oder Leistungen kaum noch telefonisch abgefragt sondern vielmehr online recherchiert. Für das Gewinnen neuer Patienten ist mit Hilfe von bestimmten Premiumleistungen der Portale ebenfalls gesorgt, denn einige bieten interessante Optionen für die Suchmaschinenoptimierung an. So ist gewährleistet, dass man die eigene Praxis bei der Eingabe bestimmter Suchbegriffe eher findet als die der Konkurrenz.

Jameda gehört zu den Favoriten
Eine der bekanntesten und am häufigsten genutzten Seiten ist Jameda. Eigenen Angaben zufolge wird das Portal monatlich von 6 Millionen Patienten genutzt. Gibt man zum Beispiel bei der Google-Suche den Begriff „Arzt Bewertung“ ein, stößt man zuerst auf Jameda. Oberstes Credo also: Sein Profil insbesondere auf diesem Portal up-to-date halten. Das heißt hingegen nicht, dass andere, etwas weniger frequentierte Seiten außer Acht gelassen werden sollen. Die Empfehlung: Das Profil auf den häufig genutzten Seiten wie Jameda monatlich aktualisieren. Auf DocInsider und Imedo, die immer noch hohe Besucherzahlen aufweisen, ist eine Überprüfung einmal im Quartal lohnenswert.

Was tun bei schlechten Bewertungen?
Trotz der genannten Vorteile herrscht bei einigen Ärzten eine gewisse Skepsis gegenüber den Bewertungsportalen. Da die Patienten ihre Ärzte anonym bewerten, besteht die Gefahr, dass die Bewertung übermäßig schlecht ausfällt oder gar manipuliert wird. Einem Urteil des Bundesgerichtshofes zufolge müssen die Bewertungsseiten in Streitfällen belegen, dass der Patient beim betreffenden Arzt tatsächlich in Behandlung war. Einige Seiten, wie auch Jameda, gehen gegen solche Manipulationsversuche vor: Werden Bewertungen als Agenturbewertungen, Selbstbewertungen von Ärzten, ihren Angehörigen oder Mehrfachbewertungen von Patienten erkannt, werden sie gelöscht. Sollte es dennoch zu Streitfällen kommen, müssen die Bewertungsportale anonymisierte Beweise, wie Rezepte oder Krankenscheine, darlegen. Anderenfalls müssen die Bewertungen entfernt werden.

Für die Zukunft im Hinterkopf behalten
Streitfällen über schlechte Bewertungen zum Trotz: 90 Prozent aller Patientenbewertungen fallen positiv aus. Es ist wahrscheinlich, dass zukünftig die Anzahl der Patienten, die Bewertungsportale nutzen, steigen wird. Aus Marketingsicht ist die Nutzung von Bewertungsportalen deshalb zu empfehlen.