Braucht der Mittelstand Content Marketing?

Und überhaupt: Was ist Content Marketing eigentlich?
Beim Content Marketing geht es im Grunde darum, den Absatz des Vertriebs über Inhalte zu erhöhen. Doch was genau sind das für Inhalte? Und: Geht es wirklich nur darum, mehr Produkte und Leistungen bei den Kunden abzusetzen? Nein – ganz so einfach ist es nicht.
Aber ganz von Anfang: Marketing ist heutzutage auch für kleinere Unternehmen unerlässlich. Spätestens seit der Allgegenwart des Internets durch das Smartphone müssen Betriebe zusehen, dass sie in der Datenflut überhaupt wahrgenommen werden. Verschärft wird die Situation für den Mittelstand zudem durch Herausforderungen wie den Fachkräftemangel: Die klassische Stellenanzeige in der Zeitung oder das „Wir suchen“-Werbeschild vorm Firmengebäude führen immer seltener zu konkreten Ergebnissen – Bewerbungen. Ein Grund dafür: Klassische Reklameformen werden oft nicht mehr wahrgenommen.

Subtil und eindringlich – Content Marketing
Längst hat sich bei vielen Menschen wegen der Dauerbeschallung durch Reklame ein Wegschauen-umschalten-Adblocken-Prinzip eingebürgert. Dadurch musste sich auch das Marketing in den letzten Jahren anpassen, neue Formen entwickeln. Eine davon ist Content Marketing. Dabei wird die Zielgruppe im Web über interessante, nutzorientierte oder auch unterhaltsame Inhalte angesprochen, die vordergründig nichts mit Werbung zu tun haben. Das können beispielsweise Blogbeiträge für Reiselustige sein oder nützliche Erklärvideos für Heimwerker auf YouTube

Das macht Content Marketing für Nutzer reizvoll:

  • Der Inhalt steht im Zentrum
  • User erfahren durch die Beiträge etwas Neues (Mehrwert)
  • Sie finden Lösungsvorschläge oder Antworten auf Fragen
  • Nutzer werden nicht mit Reklamebotschaften konfrontiert
  • Die Form ist häufig unterhaltsam, emotional und zugänglich
  • Interesse wird unterschwellig geweckt
  • Weiterführende Anknüpfungspunkte zum Angebot sind gegeben – beispielsweise über Links

 

Content Marketing bringt auch kleineren Unternehmen etwas
Natürlich stehen auch beim Content Marketing meist werbliche Interessen im Hintergrund: Unternehmen wollen bekannter werden, Personal anwerben oder ihren Absatz erhöhen. Jedoch geht man hier die Verbreitung seiner Botschaften dezenter an. Content Marketing ist im Prinzip ein faires Tauschgeschäft mit dem Nutzer: Ich biete dir interessante Informationen und einen Wissensvorsprung und du schenkst mir deine Aufmerksamkeit. Weshalb sich diese Art von Marketing auch für den Mittelstand lohnt? Weil Werbung über Content im Vergleich zu vielen alten Werbeformen ziemlich wirtschaftlich ist. Für einen Unternehmensblog braucht es beispielsweise „nur“ eine Unterseite auf der Homepage, etwas Erfahrung in Sachen Text, ein paar grundlegende Kenntnisse in der Suchmaschinenoptimierung und geschickten Umgang mit Social Media. So lassen sich der gewünschten Zielgruppe Inhalte exakt auf den Leib schneidern und effektiv verbreiten.

Das können KMU mit Content Marketing erreichen:

  • Den Absatz von Produkten und Leistungen fördern
  • Betrieb und Marke etablieren
  • Ein Image aufbauen und pflegen
  • Fachkräfte gezielt ansprechen
  • Komplexe Angebote verständlich erklären
  • Erfolgreiche Praxisbeispiele präsentieren
  • Sich als Experten auf ihrem Fachgebiet zeigen
  • Persönliche Nähe zum Unternehmen aufbauen
  • Kunden langfristig emotional binden


So wird Content Marketing wirkungsvoll
Da diese Werbeform etwas dezenter zu Werke geht, als die gewohnte Reklame-Beschallung, muss Content Marketing strategisch und langfristig aufgebaut werden. Mittelständler sollten genau planen, wie sie vorgehen möchten: Was sind die Interessen der Zielgruppe? Welche Medien nutzt sie? Wie erreiche ich sie am besten? Gelingt dies, können Unternehmen sich eine loyale Anhängerschaft aufbauen. Begeisterte Nutzer und Kunden werden manchmal sogar zu Markenbotschaftern: Sie teilen ihre Begeisterung für ein Produkt oder eine Marke leidenschaftlich mit anderen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Im Netz sind solche Laienbotschafter besonders authentisch und glaubwürdig.

11 Dinge, die Mittelständler beim Content Marketing beachten sollten:

  1. Strategisch vorgehen – Ziele und Zielgruppe ermitteln.
  2. Medien und Verbreitungswege nach Zielgruppe auswählen.
  3. Redaktions-, Themen- und Veröffentlichungsplan erstellen.
  4. Themen hochwertig, individuell und ansprechend aufbereiten.
  5. In die Nutzer hineinversetzen, sie ernst nehmen, authentisch sein.
  6. Begeisterung wecken und Mehrwert bieten.
  7. Für bessere Reichweite: suchmaschinenoptimieren!
  8. Inhalte aktiv über Social Media verbreiten, Fragen beantworten, kommentieren.
  9. Nach thematisch geeigneten Plattformen, Partnern und Multiplikatoren suchen.
  10. Beiträge kontinuierlich auf Wirksamkeit checken und verbessern.
  11. Stück für Stück eine treue Anhängerschaft aufbauen und halten.

 

Unser Fazit: Es lohnt sich, zurückhaltend zu sein
Content Marketing ist Werbung, die nicht sofort nach Werbung aussieht. Genau darin liegt auch einer der größten Vorteile dieser Marketing-Art: Hier erhalten User im Tausch für ihre Aufmerksamkeit nützliche Informationen. Deshalb stehen potenzielle Kunden dieser Werbeform meist unvoreingenommen gegenüber. Zudem ist Content Marketing wirtschaftlicher als manch überkommene Form der Reklame. Einen gut geschriebenen Blog und die Verbreitung über den eigenen Social-Media-Account – viel mehr braucht es anfangs gar nicht. Selbst wenn man für den Aufbau der Reichweite ergänzende Social-Media Kampagnen nutzt, ist das zum Beispiel im Vergleich mit den Kosten einer klassischen Anzeigenkampagne wesentlich günstiger.

Aber: Ein Unternehmer muss beim Content Marketing mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen. Die Inhalte müssen zuverlässig recherchiert sein, effektiv verbreitet werden und tatsächlich Mehrwert bieten. Außerdem sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, offensichtliche Werbebotschaften zu verbreiten. Das strafen Nutzer meist mit Nichtbeachtung. Deswegen heißt es beim Content Marketing: Dezent vorgehen und über Emotionen Interesse am Unternehmen wecken. Ein wenig Geduld braucht es natürlich auch, damit das Image und die treue Anhängerschaft in Ruhe reifen können.